Impressionen vom zweiten Reptilientag
der DGHT-Regionalgruppe Thüringen


Bei schönstem Frühlingswetter trafen sich ca. 20 Terrarianerinnen und Terrarianer am Samstag den 17.4.2010 in der Zooschule des Thüringer Zoopark Erfurt.

Tagungsteilnehmer in der Zooschule
Jens Hauke

Der erfahrene Terrarianer Jens Hauke sprach, während er Fotos seiner Tiere und Anlagen zeigte, über die Haltung und Zucht von Chuckwallas. Fragen nach Kennzeichen für vitale Tiere, Vergesell- schaftungsmöglichkeiten und der notwendigen Beleuchtung wurden beantwortet. In einem zweiten Teil gab er einen Überblick über Wildkräuter, die zu den verschiedenen Jahreszeiten zur Ernährung der Echsen, aber auch zur abwechslungsreichen Fütterung von Schildkröten im Garten und auf der Wiese zu finden sind.

Nachdem im ersten Vortrag über Echsen aus einem trockenen Habitat berichtet wurde, informierte Kerstin Franke in ihrem Vortrag über Regenwaldbewohner. Nicht nur, die aus der Fachliteratur bekannten Angaben über Wasseragamen, wurden präsentiert und den langjährigen persönlichen Erfahrungen gegenüber gestellt, sondern auch eine mögliche Parthenogenese bei Physignathus wurde diskutiert. Hierbei rief Frau Franke alle Anwesenden auf, nach belegbaren Bei- spielen für Jungfernzeugung bei Wasser- agamen zu fahnden.

Kerstin Franke

Über die Erfahrungen bei der Planung und dem Bau eines Regenwaldterrariums hat Sandro Krüger gesprochen. Während viele Bilder die einzelnen Schritte der Entstehung des Vivariums dokumentierten, gab der engagierte Referent vielerlei praktische Tipps zur Umsetzung eines solchen Projektes, von der Theorie in die Praxis. Auch ausführ- liche Angaben zu den eingesetzten Materialen wurden geliefert.

Sandro Krüger
Michael Junge

Nach Brasilien entführte die Zuhörer der nächste Vortrag. Michael Junge berichtete über die Artenvielfalt der Mata Atlantica und ein Projekt, dessen Ziel es ist Naturschutzmaßnahmen wie z.B. die Pflanzung von Bäumen, durch sanften Ökotourismus zu finanzieren. Jeder der Regenwald einmal "Live" erleben möchte, ist herzlich eingeladen, einige Tage auf dem brasilianischen Grundstück des Vortragenden zu verleben. Außerdem hat Herr Junge die Möglichkeit vorgestellt, in einem Institut in dem Produkte aus Schlangengift gewonnen bzw. hergestellt werden, ein Praktikum zu absolvieren.

Auch die Mittagspause auf dem Plateau oberhalb der Zooschule bot viel Gelegen- heit ins Gespräch zu kommen und über Tiere, Technik und künftige Veranstalt- ungen zu sprechen.

Sandra Braun führte die Reihe der Vor- träge mit Informationen über die Unter- bringung, Aufzucht und Ernährung ihrer Chamäleons fort. Das sich auch "unge- wöhnlichere" Möbel zu zweckmäßigen Chamäleonterrarien umgestalten lassen belegte sie eindrucksvoll mit Fotos vom optisch ansprechenden und technisch durchdachten Umbau eines Vitrinen- schrankes mit gebogenen Frontscheiben.

Sandra Braun

Den die Veranstaltung abschließenden Vortrag hielt der jüngste Referent des Tages. Der Schüler Tobias Machts berich- tete über ein Naturschutzprojekt auf der griechischen Halbinsel Peloponnes bei dem der Schutz des einzigen europä- ischen Vorkommens des Chamaeleo afri- canus im Mittelpunkt steht. Er zeigte Bilder unterschiedlicher Maßnahmen, wie z.B. die Bergung von Chameleongelegen von einer bewirtschafteten Ackerflächen oder der Einrichtung von Barrieren gegen das Befahren der Ablageplätze, zum Schutz der Reptilien. Die große Vielfalt der Herpetofauna der Halbinsel zu präsen- tieren bildete einen gelungenen Abschluss des Vortrages.

Tobias Machts
Blüten im Frühling

Natürlich nutzten die meisten Tagungsteilnehmer noch das wirklich schöne Frühlingswetter noch, um im Zoopark mit dem Fotoapparat auf Jagd zu gehen oder einfach nur die Sonne zu genießen.

Der gute Verlauf der Tagung, die dankenswerte Unterstützung unseres Gastgebers (Thüringer Zoopark Erfurt) und die positive Resonanz der Teilnehmer haben uns bestärkt, auch in Zukunft Reptilientage zu organisieren.

Herzlichst, Ihr Dirk Urban


Fotos: Dirk Urban / DGHT-Regionalgruppe Thüringen

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